Engagiert für den Vogelschutz

Mit aktiver Unterstützung sind wir beim NABU-Projekt "Turmstationen" dabei.

Geben Sie Vögeln ein Zuhause - mit unserer Bauanleitung vom NABU
EWR übernimmt seit Jahren in zahlreichen Natur- und Artenschutzprojekten Verantwortung. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit mit dem NABU, die seit Jahren unterschiedliche Vogelschutzprojekte möglich macht.

Ein Vorzeigeprojekt für Natur- und Artenschutz ist das Waldrefugium in den Herrnsheimer Klauern. Als einer der letzten Auewälder im waldarmen Rheinhessen war es das Ziel, die Herrnsheimer Klauern in den Urzustand zu versetzen und für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Geschützt wird dabei eine Fläche von insgesamt 310.000 Quadratmetern. Diese Fläche wird für die nächsten 100 Jahre der forstlichen Nutzung entzogen. Sie ist ausschließlich dem Arten- und Biotopschutz gewidmet.

 Ein aktuelles Pilotprojekt, das uns ebenfalls sehr am Herzen liegt, ist das Projekt „Mehr Natur wagen“. Hintergrund ist das dramatische Artensterben durch die zunehmende Bebauung und Versiegelung von Flächen. Hier trat der NABU, stellvertretend für die Wormser Umweltverbände NABU, BUND, GNOR und Pollicia, mit der Idee an EWR heran, das neue Firmengebäude am Lutherring naturnah zu gestalten. Unter dem Motto „Mehr Natur wagen“ wurde eine Bestandsaufnahme des Außengeländes durchgeführt. Ziel war es, kleinere Maßnahmen zu finden, die das Gelände in Bezug auf die Nahrungs- und Lebensraumansprüche von Insekten (v.a. Wildbienen) und Vögeln aufwerten.

Über das Gelände verteilt wurden blüten- und beerenreiche Wildsträucherhecken und Vögelnährgehölzer angepflanzt und eine blütenreiche, magere Wiese angelegt. Ein Insektenhotel soll im Frühjahr folgen. Das Projekt zeigt, dass mit einfachen Mitteln aus Grünflächen Nahrungs- und Lebensräume für unzählige Insekten und Vogelarten werden können.

 Diese Zahlen lassen aufhorchen: Zwischen 1980 und 2010 hat sich in der EU die Zahl der Vogelbrutpaare um 57 Prozent – das sind 600 Millionen Tiere – reduziert, in Deutschland hat sie sich halbiert. Allein in den letzten zwölf Jahren zeigt ein Drittel aller 84 Brutvogelarten „signifikante Bestandsabnahmen“, so die Bundesregierung. 13 Vogelarten gelten bereits als ausgestorben, 29 als vom Aussterben bedroht.

ENGAGIERT GEGEN VOGELSCHWUND
Eine Zählung des NABU im Jahr 2014 bestätigte den Trend abnehmender Arten auch bei Gartenvögeln wie Grünfink, Mehlschwalbe oder Buchfink. Damit uns nicht bald Sommerabende ohne Vogelgezwitscher drohen, hatte auf Initiative des NABU Worms-Wonnegau die EWR Netz GmbH bereits vor fünf Jahren ein Vogelschutzprojekt gestartet. An hohen Trafohäuschen, sogenannten Turmstationen, ausgedienten Holz- oder Strommasten werden Nistkästen installiert, um die Ansiedlung von Gartenvögeln zu fördern. Hoch oben stehen den Tieren „normale Brutkästen“, aber auch spezielle Storchennester, Schwalbenhotels, Niströhren für Steinkäuze oder Falkenkästen zum Bezug zur Verfügung. „Die erhöhten Orte bieten eine perfekte Rundumsicht und können von allen Seiten angeflogen werden“, erklärt Dieter Kern, einer der Vorsitzenden des NABU Worms-Wonnegau. „Das sind perfekte Brutplätze.“
„Viele Vögel leiden leider unter Wohnungsnot. Mit dem
Projekt ‚Turmstationen‘ unternehmen wir etwas dagegen.“

HUBSTEIGER UND MANPOWER
Die EWR Netz GmbH unterstützt jede Montage mit einem Hubsteiger mit zwei Mann Besatzung. Anwesend ist außerdem ein Vogelexperte, der auf die korrekte Ausrichtung der Nistkästen achtet. Für die Steinkauzröhren entwickelten die Metallbauer der EWR Netz sogar spezielle Haltekonstruktionen, die sie in der konzerneigenen Werkstatt nach Bedarf herstellen. Initiator für neue Aufstellungsorte ist meist der NABU, aber auch private Vogelfreunde, Ortsgemeinden und Naturschutzvereine engagieren sich. So wurden in den letzten Jahren über 50 Nistkästen in Biblis, Pleitersheim, Guntersblum, Wöllstein, Heppenheim und Weinsheim aufgehängt – und es werden stetig mehr.

FORSCHUNG UNTERSTÜTZT
Die Mitarbeiter der EWR Netz GmbH unterstützen die Fachleute vom NABU außerdem bei der Beringung von Vögeln. Mit den individuell nummerierten und teilweise farbkodierten Metall- oder Plastikringen kann das Verhalten einzelner Vögel über einen großen Zeitraum verfolgt werden. Wissenschaftler lesen aus den Daten Vogelzug, Lebensdauer, Sterblichkeit, Ernährung, Fortpflanzung und mehr. Mit einem speziellen Fernglas (Spektiv) können Experten die Informationen auf den Ringen sogar über Distanzen lesen. „So lassen sich die Populationsentwicklung und die Flugrouten der Vögel in Echtzeit nachvollziehen“, erklärt NABU-Mann Kern. Johannes Krämer, Geschäftsführer der EWR Netz GmbH, ergänzt: „Als regional verwurzeltes Unternehmen fühlen wir uns mit der Heimat verbunden und engagieren uns leidenschaftlich für unsere Umwelt. Deshalb ist die Kooperation mit dem NABU langfristig angelegt.“
MEHR ZUM ARTENSCHUTZPROJEKT erfahren Sie beim Spaziergang: Überall, wo Nistkästen sind, hat die EWR Netz GmbH Infotafeln zu den jeweiligen tierischen Bewohnern angebracht.

Ein Team der EWR Netz GmbH war mit dem Hubsteiger in Sachen Vogelschutz im Einsatz: Die jungen Weißstörche in Worms-Herrnsheim wurden beringt. Mit einem Hubsteiger gelangt Ingrid Dorner im Auftrag der Vogelwarte Radolfzell bis an das Nest und kann so die jungen Störche sicher und schnell kennzeichnen. „Ich decke sie mit dem Tuch zunächst zu und ziehe sie dann vorsichtig zu mir“, erklärt die Mitarbeiterin der LAG Weißstorchschutz ihre ehrenamtliche Arbeit.

Zwischen der 5. und 7. Lebenswoche werden die Jungstörche in ihrem Horst beringt. Sie fallen dabei in eine Art Starre: Die Jungstörche stellen sich tot, ein Schutzreflex während die Eltern das Nest verlassen haben. Werden Störche später beringt, besteht die Gefahr, dass sie flüchten und in die Tiefe stürzen.