Auslastung des EWR-Telekommunikationsnetz verdoppelt sich durch Corona

20. April 2020 Pressemitteilungen

Versorgungssicherheit im Telekommunikationsnetz ist gewährleistet

WORMS, 20.04.2020 – Neben der Versorgung mit Strom, Gas und Wasser zählt auch die Telekommunikations- und Informationstechnik zu den systemkritischen Infrastrukturen. EWR hat die wichtige Aufgabe, Haushalte in rund 65 Gemeinden in Rheinland-Pfalz und dem Ried sicher mit Internet und Telefonie zu versorgen. „Die aktuelle Situation fordert uns alle heraus. Gerade in solchen Zeiten ist eine konstante Internet- und Informationsversorgung von großer Relevanz. Unsere leistungsfähigen Telekommunikationsnetze sorgen dafür, dass die Menschen trotz räumlicher Distanz digital zusammenbleiben und zusammenarbeiten können“, erklärt EWR-Vorstand Dirk Stüdemann.

Homeoffice belastet Breitbandnetz nur geringfügig

Immer mehr Menschen im EWR-Versorgungsgebiet arbeiten aktuell im Homeoffice, dadurch ist eine verstärkte Auslastung des Breitband-Netzes zu beobachten. Viele Anwendungen im Bereich des mobilen Arbeitens benötigen allerdings nur eine geringe Bandbreite, weshalb tagsüber die erforderlichen Kapazitäten netzseitig ohne Einschränkungen zur Verfügung gestellt werden können. „Von einer Überbelastung der Telekommunikationsnetze kann keine Rede sein“, so Dirk Stüdemann und ergänzt „Jedoch hat die Netzauslastung seit Ausbruch der Corona-Pandemie deutlich zugenommen, das zeigen unsere Analysen“.

Gerade vormittags steigt der Datenverkehr schon früh an und ist um die Mittagszeit mehr als doppelt so hoch, wie an einem vergleichbaren Werktag vor der Corona-Pandemie. Trotzdem können die notwendigen Kapazitäten ohne Einschränkungen zur Verfügung gestellt werden. Viele Homeoffice-Anwendungen benötigen nur eine geringe Bandbreite. In den meisten Fällen greifen die Arbeitnehmer lediglich auf die Server der Unternehmen zu. Das heißt die Unternehmen müssen bei ihren eigenen Internetanschlüssen über genügend Bandbreite verfügen. Die größte Auslastung der Telekommunikationsnetze zeichnet sich insbesondere in den Abendstunden ab, da viele Kunden Streamingdienste mit hohem Datenvolumen nutzen. Dass viele Streamingdienste ihr Angebot von HD auf SD umstellen, begrüßen wir daher sehr, denn solche „freiwilligen“ Umstellungen der Streamingqualität tragen zur Entlastung unserer Netze bei“, erläutert Dirk Stüdemann.

Stabile Internetversorgung mit VDSL und Glasfaserhausanschlüssen

Grundsätzlich ist eine stabile Internetversorgung über Glasfaseranschlüsse (FTTH/FTTB) und Kupferleitungen (VDSL) gewährleistet. Dennoch gibt es Unterschiede in der maximalen Versorgungsleistung. Glasfaser ist leistungsstark und zukunftsfähig und ermöglicht somit in der reinen Glasfasertechnologie Geschwindigkeiten zur Datenübertragung bis in den Gigabit-Bereich. Die Bandbreite bei VDSL-Kunden variiert je nach gebuchtem Produkt und Tarif. Grundsätzlich sind bei VDSL keine maximalen Bandbreiten wie bei einem Glasfaserhausanschluss möglich, denn je länger die Kupferleitung ist, desto geringer ist die maximale Leistung. Teilweise können die Anschlüsse rein technisch aber nicht mit mehr Bandbreite versorgt werden, dort kommt VDSL an seine Grenzen.

„In unserer Strategie, im Telekommunikationsgeschäft stärker auf Glasfaser zu setzen und den Glasfaserausbau voranzutreiben, sehen wir uns auch durch die digitalen Auswirkungen der Corona-Pandemie bestätigt. Wir haben unsere Kapazitäten in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut und werden dies auch weiterhin tun. Der große „Breitband-Hunger“ den wir schon länger sehen, kommt durch die Verlagerung des öffentlichen Lebens ins digitale Umfeld lediglich früher als erwartet.“

Gigabit-Strategie für Rheinland-Pfalz beschlossen

Bereits seit 2017 arbeitet die EWR im „Netzbündnis für Rheinland-Pfalz“ gemeinsam mit der Landesregierung, anderen Telekommunikationsunternehmen, Fachverbänden und kommunalen Spitzenverbänden an einer gemeinsamen Breitband-Strategie: Die Gigabit-Strategie für Rheinland-Pfalz ist eine Gesamtstrategie, die Festnetz und Mobilfunk ganzheitlich in den Fokus nimmt. Sie legt fest, dass bis 2025 die Grundlage dafür geschaffen wird, dass alle Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen in Rheinland-Pfalz auf einen gigabitfähigen Anschluss auf Grundlage von hochleistungsfähigen Glasfasernetzen zugreifen können. Am 24. März wurde die Gigabit-Strategie des Landes Rheinland-Pfalz durch den Ministerrat verabschiedet.