Herkunft ist kein Wert an sich

17. Dezember 2018 Pressemitteilungen

EWR zum Tag der Migranten am 18.12.

 Migranten sind Menschen, die ihre Heimat verlassen, um sich an einem anderen Ort anzusiedeln. Die Freizügigkeitsregelung in der EU ermöglicht es allen Europäern ihren Arbeitsort frei zu wählen.

Fakten

Im Jahr 2017 hatten 23,6 Prozent (19,2 Millionen) der insgesamt 81,7 Millionen Einwohner in Deutschland einen Migrationshintergrund. In Worms sind es rund 33 Prozent. Ohne sie hätte die Domstadt in den letzten Jahren an Bevölkerung verloren. 2016 waren in Deutschland 51,8 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund Deutsche und 48,2 Prozent Ausländern. Gut zwei Drittel waren selbst Migranten (erste Generation), knapp ein Drittel wurde bereits in Deutschland geboren (zweite oder dritte Generation).

EWR und Migranten

Bei EWR arbeiten Menschen aus mindestens sieben Nationen. „Wie viele unserer Mitarbeiter einen Migrationshintergrund haben, wissen wir nicht genau, dies spielt für uns aber auch keine Rolle“, stellt Bastian Scherer aus der Abteilung Personal fest. „Bei uns zählt nicht die Hautfarbe oder die Nationalität. Uns sind unsere Grundwerte wichtig, Teamfähigkeit, Leistung, Freundlichkeit und Toleranz betont Stephan Wilhelm.  Menschen mit Migrationshintergrund sind Nachbarn, Kollegen und Sportsfreunde. Ich verstehe oft die künstlichen Abgrenzungen voneinander nicht.“

Migranten bei EWR

Die „Migranten“ oder „Menschen mit Migrationshintergrund“ bei EWR sind Mitarbeiter wie alle anderen auch. Managerin Mileva Meißner hat serbische Vorfahren: „Ich bin hier geboren, meine ältere Schwester nicht. Irgendwie waren wir anfangs schon irgendwie die „Ausländer“ in der Schule, aber eher im Sinne von ‚besonders‘. Bei mir kommt heute überhaupt niemand mehr auf die Idee, dass ich nichtdeutsche Eltern haben könnte. Ich konfrontiere Menschen dann gerne damit. Die sind dann sehr überrascht. Vielleicht regt sie das zum Nachdenken an, es ist für mich nämlich nur wichtig, wie sich jemand seinen Mitmenschen gegenüber verhält.“ Der Vater von Alexandros Stefikos stammt aus Griechenland. „Für mich ist Herkunft oder Abstammung kein Wert an sich. Stolz kann ich auf meine Handlungen als Mensch sein, meine Menschlichkeit, Nächstenliebe oder Nachbarschaftshilfe. Die Rechten predigen genau das Gegenteil: Hass und Verachtung. Ich finde es bedenklich, dass es salonfähig geworden ist, sich als Antisemiten oder Rassisten zu bezeichnen. Für mich ist die Würde aller Menschen unantastbar.“ Sabri Abichou arbeitet bei EWR in Alzey und spielt in seiner Freizeit im Mittelfeld beim TuS Rüssingen: „Ich bin hier in Deutschland geboren. Da mein Vater aus Tunesien stammt, sieht man mir meine südländischen Wurzeln an. Bei Spielen denunzieren mich die Fans manchmal, aber ich konzentriere mich dann auf`s Spiel. Mir tun die immer leid. Auf der Arbeit gibt es keine Diskriminierung, nur neue Kollegen sind oft überrascht, dass in mir ein original Alzeyer-Bub steckt. Die erwarten dann nicht, dass ich auch Rheinhessisch kann. Das ist immer für einen Lacher gut.“

PDF: Tag der Migranten

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