Betrüger am Telefon

22. November 2018 Pressemitteilungen

EWR warnt vor der Preisgabe eigener Daten

Als Frau N. (Name bekannt) aus der Nähe von Alzey das Telefon abhebt, erweckt der Anrufer den Eindruck, dass er im Auftrag der EWR AG handelt. Später gibt er sich sogar als e-rp Mitarbeiter aus. Beide Aussagen sind falsch. „Wir rufen niemals von Nummern außerhalb von Worms oder Alzey an“, betont Henriette Zimmer, Regionalleiterin von EWR. „Wir sind ein regional verankertes Unternehmen, unsere Mitarbeiter sitzen in Worms.“ „Das ist mir auch komisch vorgekommen“, erzählt Frau N. „Die Vorwahl war 089. Und das ist Bayern.“

Betrug aus Bayern?
So wie Frau N. ergeht es derzeit vielen Menschen in der Region. Ungebetene Anrufe und betrügerische Absichten. Dabei versuchen die Anrufer Daten zu ermitteln. Sie fragen nach Name, Adresse, Geburtsdatum, Zählernummer, Verbrauch, ob Strom oder Gas bezogen werden,Kundennummer, Tarif usw. „Wir würden sowas nie fragen,“ erläutert Henriette Zimmer, „denn wir kennen ja die Daten unserer Kunden!“

Die Strompreise steigen, der Kampf wird gröber
Dass Stromanbieter mit allerlei dubiosen Methoden versuchen Kunden abzuwerben, ist nichts Neues. Letztes Jahr machte EWR bekannt, dass Drückerkolonnen von Haustür zu Haustür ziehen und Menschen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zum Stromanbieterwechsel drängen. Diesmal sind es Anrufe, eine besonders dreiste Version von Betrugsversuchen Mit den am Telefon gewonnenen Daten lösen die Anrufer dann einen Anbieterwechsel aus, wobei die Kosten keineswegs günstiger sein werden. „Es geht den Anrufern nicht um einen günstigeren Tarif,“ so die Regionalleiterin weiter, „die wollen nur eine Provision bekommen für einen neu gewonnenen Kunden. Der Wechsel geschieht nicht zum Wohle der Kunden.“ „Mir war das Ganze nicht geheuer“, erzählt Frau N. von ihrem Erlebnis. „Hätte mir meine Tochter nicht beiseite gestanden, hätte das auch anders enden können.“ Dann wäre Frau N. im schlimmsten Fall ungewollt Kundin eines neuen Stromanbieters geworden.

Innerhalb 14 Tagen Widerrufsrecht wahrnehmen
„Verbraucher sollten aktiv widerrufen“, betont Michael Kadler, Leiter der Rechtsabteilung bei EWR. Konkret empfiehlt der Jurist dem Vertrag unbedingt innerhalb von 14 Tagen (Widerrufsfrist) per einfachem Brief gegenüber dem Unternehmen zu widerrufen. Der Widerruf muss keine Begründung enthalten. Zum Beweis, dass man den Widerruf innerhalb der Frist abgesendet hat, empfiehlt es sich das Schreiben mit der Post als Einschreiben mit Rückschein zu versenden.

Fälle häufen sich
EWR weiß über viele Fälle zu berichten. Besonders häufig sind alte Menschen betroffen. „Aber es sind auch viele Kunden darunter, die nicht so gut deutsch sprechen“, erzählt Henriette Zimmer. „Das ist besonders gemein, weil die Anrufer die Schwäche der Angerufenen schamlos ausnutzen.“

Wie schützt man sich vor ungewollten Anrufen?
Die Bundesnetzagentur bietet auf ihrer Webseite (www.bundesnetzagentur.de) Hilfe an und gibt Tipps: Telekommunikation/ Verbraucherthemen/ Rufnummernmissbrauch. Auch die EWR Servicehotline ist im Zweifelsfall für Fragen unter 0800 8484841 zu erreichen. Hier können sich die Kunden immer rückversichern, ob Sie von EWR angerufen wurden und sich außerdem Rat holen. Ebenso natürlich in einem unserer Kundencenter!

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Kommentare (1)

Thomas Frank

Thomas Frank

Auch ich hatte offenbar gerade so einen Fall... Bereits beim Abheben bemerkte ich die Vorwahl 06196. Als sich dann ein "Mitarbeiter" vom EWR meldete sich sofort ein Alarmglocke, denn diese Vorwahl brachte ich nicht mit dem EWR oder worms in Verbindung. Die Sprachverständlichkeit war miserabel - offenbar ein Callcenter mit viel Betrieb, aber ein zu großer Mikrofonabstand. Somit verstand ich zunächst nur Bruchstücke, aber es war offensichtlich, dass man mich zu einer vermeintlich günstigeren Vertragsvariante bringen wollte. Als ich meinem Gegenüber recht kurz angebunden klar machte, das ich solche Sachen grundsätzlich nicht am Telefon regeln würde, wurde man etwas unhöflich und ich habe das Gespräch direkt beendet.

vor 2 Wochen