Nachhaltig ausfliegen

Dschungelleben bei Zornheim, Kormorane am Rhein oder Zeitreisen am Dachsberg: Diese fünf Naturräume im EWR-Land muss man einfach kennen.

Rheinhessen

Biotop Rohrwiesen

Eine eigenartige Geräuschkulisse liegt in der Luft an Sommertagen – und mit jedem Schritt, mit dem man sich den Rohrwiesen nähert, zerfällt der Klangteppich in einzelne Muster. Es ist ein Zirpen und Zetern, es quakt und trillert, brummt und summt, fast ein bisschen wie im tropischen Regenwald. Wer auf der Hiwweltour Zornheimer Berg unterwegs ist, dem kürzesten der neun rheinhessischen Prädikatswanderwege, kommt an den Rohrwiesen vorbei. Hier, in dem von rund 2600 Quadratmeter großen Wasserflächen geprägten Feuchtbiotop, fischt der Eisvogel, leben Wildbienen im Röhricht und quaken Wechselkröten. Und mit ein bisschen Ruhe und Geduld kann man viele der Bewohner entdecken.

Rheinhessen

Feuchtbiotop Appelbach

Rund zwölf Kilometer lang ist die Hiwweltour Tiefenthaler Höhe. Der Weg führt, eher ungewöhnlich für die rheinhessischen Hügel, zu einem großen Teil durch Waldgebiete. Einen an warmen Tagen willkommen kühlen Einstieg nach der Anfahrt nach Tiefenthal bietet der Appelbach, der zu einem geschützten Feuchtbiotop und besonders artenreichen Lebensraum geworden ist. Hier wandert man idyllisch und kann sich noch mal am Wasser erfrischen, bevor es hinaufgeht in die bewaldeten Hügel.

Eine andere Hiwweltour, die ins „Aulheimer Tal“, ist übrigens nominiert zum „Schönsten Deutschen Wanderweg 2022“ unter den Tagestouren. Jetzt noch bis Ende Juni abstimmen: wandermagazin.de/wahlstudio

Pfalz

Geopark Dachsberg

Durch die Zeit reisen? Das geht! Atemberaubende 20 Millionen Jahre reist man im Geopark Dachsberg zurück in die Vergangenheit. Auf einem rund zwei Kilometer langen Rundweg erfahren Besucherinnen und Besucher auf 17 Infotafeln Erstaunliches: nämlich, dass sich hier im Erdzeitalter des Tertiärs ein Meer ausgebreitet hat. Deutlich wärmer als heute war das Klima damals, sodass in der flachen Lagune Korallen und Muscheln lebten. Aber auch heute ist die „Göllheimer Lagune“, die bis 2006 ein Steinbruch war, ein besonders trockenes und sonnenreiches Biotop. Deshalb haben sich hier seltene, Wärme liebende Pflanzen und Tiere wie Kreuzkröten, Feuerlibellen und Rohrsänger angesiedelt.

Ried

Lorscher Wald

Rund 500 Hektar ist er groß, der Lorscher Wald zwischen Viernheim, Lampertheim, Bürstadt, Einhausen und Lorsch. In dem Gebiet, das zu den Naturwäldern Hessens gehört, findet man unter lichten Buchen und Eichen Abstand von der Hektik des Alltags. Obwohl viele Wege für Jogger, Spaziergänger und Radfahrer die grüne Lunge durchziehen, finden sich hier Oasen der Ruhe, an denen man seltene Vögel, Insekten und Fledermäuse beobachten kann. Hier betreibt EWR auch das mehr als 100 Jahre alte Wasserwerk, das Bürstadt, Lampertheim und Teile von Worms mit Trinkwasser versorgt. Das „Waldklassenzimmer“ in Bürstadt bringt Schülern diesen einzigartigen Lebensraum näher.

Ried

Naturschutzgebiet Biedensand

Schaut man sich das Naturschutzgebiet Biedensand auf der Landkarte an, versteht man sofort, warum es bei den Einheimischen als Lampertheimer Altrhein bekannt ist: Deutlich kann man die Schleife erkennen, die der früher hier mäandernde Rhein in die Landschaft gelegt hat. So entstand eine Auenlandschaft, die geprägt ist von offenen Wasserflächen, von Auwäldern, Wiesen und Labyrinthen aus Röhricht. Wer auf den angelegten Wegen, die zum Teil aus Bohlen bestehen, durch das Schutzgebiet streift, erlebt – auch von den Aussichtsplattformen am Welches Loch und Rallengraben aus – eine besondere Natur mit seltenen Bewohnern, von denen eine Kolonie Kormorane besonders fasziniert.

Weg zu mehr Nachhaltigkeit

EWR-Meilensteine markieren seit 2012 unseren Weg zu mehr Nachhaltigkeit und setzen ein Zeichen für unser Engagement in der Region. Sie weisen auf Projekte hin wie etwa die Wiederaufforstung in Ober-Olm. 5.000 Laubbäume wurden hier vor zehn Jahren gesetzt. Oder auf das Naturschutzgebiet Herrnsheimer Klauern. Dieser EWR-Meilenstein steht für den Erhalt einer einzigartigen Auenlandschaft und ihrer Artenvielfalt auf einer Fläche von 310.000 Quadratmetern. Auf einem Waldpfad kann man das Gebiet erkunden. Zusätzlich wurde die Fläche für die nächsten 100 Jahre der forstlichen Nutzung entzogen. Mehr über die Arbeit des EWR-Nachhaltigkeitsteams finden Sie hier.