Die Zukunft gestalten

Udo Beckmann prägte die Energiebranche in der Region entscheidend mit. Zuletzt als Vorstand der EWR AG. Nun übergibt er bald den Staffelstab an Dieter Lagois. Bevor es so weit ist, blicken wir gemeinsam mit Udo Beckmann zurück – und nach vorn.

Herr Beckmann, Sie arbeiten seit knapp 30 Jahren in leitenden Positionen der Energiebranche. Was bleibt Ihnen aus diesen Jahren besonders in Erinnerung?

Es sind die Fusionen. Zuerst zwischen den Stadtwerken Kirchheimbolanden, dem rhein-hessischen Teil der Thüga-Gesellschaften und EWG Alzey zur e-rp GmbH, die ich als EWG- und später als e-rp-Geschäftsführer mitgestalten durfte. Und dann 2018 der Zusammenschluss von e-rp und der EWR AG. Damit konnten wir eine noch unabhängigere und auch zukünftig wettbewerbsfähigere Energieversorgung aus der Region und für die Region sichern. Wir sind stolz darauf, dass wir das für Rheinhessen, die Pfalz und das Ried erreichen konnten.

Weshalb waren die Fusionen so wichtig?

Als regionaler Versorger haben wir die Verantwortung, die Energiewende hier bei uns vor der Haustür zu gestalten und der Klimakrise etwas entgegenzusetzen. Gemeinsam bestehen wir auch bei steigenden Energiepreisen im Wettbewerb – wenn wie jetzt einige Anbieter Insolvenz anmelden müssen. EWR schafft dagegen echte Werte in unserer Nachbarschaft und ist ein verlässlicher Partner für Kunden, Kommunen und Unternehmen. Ich bin glücklich, dass ich meinen Teil zur Stärkung des Energie­standorts Rheinhessen, Pfalz und Ried beitragen konnte.

Was prägte diese Zeit noch?

Ganz klar: die Energiewende, die wir mit eigenen Anlagen und CO2-neutralen Produkten in der Region vorangetrieben haben. Und die Digitalisierung. Wir haben viele Prozesse digitalisiert und sind so effizienter geworden oder haben den Kunden das Leben erleichtert. Und wir haben innovative Produkte und Dienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden entwickelt und in den Breitbandausbau investiert. Für mich als gelernten Informatiker eine besonders spannende Herausforderung.

Werden Sie diese Arbeit vermissen?

Bestimmt. Aber einstweilen bleibe ich der Branche als Vorstandsvorsitzender des Landesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz erhalten.

Wenn Sie mal nicht an EWR denken, woran denken Sie dann?

An die Familie. Ich habe zwei Kinder und vier Enkelkinder und freue mich sehr, gemeinsam mit meiner Frau bald mehr Zeit mit ihnen verbringen zu dürfen. Auch mein ehrenamtliches Engagement wie das für den TV Alzey wird sicher von meinem neuen, freien Kalender profitieren.

Vor 30 Jahren war von Energiewende noch keine Rede. Wie sieht es in 30 Jahren aus?

Mich faszinieren die Möglichkeiten der Technik, gerade in Sachen Energie: Wir haben zu Hause eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Rollläden und Licht steuere ich bequem per App. Deshalb war mir auch immer wichtig, dass wir den Verbrauchern topaktuelle Produkte und Dienstleistungen anbieten. Und diese Entwicklung zum Smart Home, der intelligenten digitalen Vernetzung, wird weitergehen. Ich bin gespannt, was mir mein E-Bike und mein E-Auto in Zukunft noch bringen werden.

Neu im Team des EWR-Vorstands: Dieter Lagois

Die Nachfolge des Vorstandsmitglieds Udo Beckmann tritt Dieter Lagois an, der als ausgewiesener Energie-Experte im Vorstand der EWR AG den Vertrieb, den Bereich Energiedienstleistungen sowie die IT ab Januar 2022 verantworten wird. Damit werden die EWR-Produkte im wahrsten Sinne zu seiner beruflichen Herzensangelegenheit. Aktuell ist Dieter Lagois bei der Erdgas Südwest GmbH als Leiter Strategie und Digitalisierung tätig. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die Verträge der Vorstandsmitglieder Stephan Wilhelm und Dirk Stüdemann wurden vom Aufsichtsrat der EWR AG bis 2027 verlängert und Wilhelm wird ab 1. Januar 2022 zum Sprecher des Vorstands der EWR-Gruppe bestellt.