Strom wird in Deutschland immer teurer. Das liegt an hohen staatlichen Abgaben und steigenden Beschaffungskosten. EWR versucht mit einer klugen Einkaufspolitik, den Strom für Kunden trotzdem so günstig wie möglich zu halten.

Seit der Jahrtausendwende hat sich der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte in Deutschland mehr als verdoppelt. 2019 lag er bei einem Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) im Durchschnitt bei 30,43 Cent/kWh. Die Energieversorger haben auf den Preis weniger Einfluss, als viele denken. Wie bereits an der Zapfsäule greift der Staat auch beim Strom immer tiefer in die Taschen der Verbraucher: Mehr als die Hälfte des Strompreises bestimmen Steuern, Abgaben und Umlagen.

EEG-Umlage und Netzentgelte steigen
Allein die EEG-Umlage, mit der Haushalte und Unternehmen den Bau von Windrädern oder Solaranlagen über ihre Stromrechnung unterstützen, betrug 2019 gut ein Fünftel des Strompreises. 2020 wird sie von 6,405 auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde steigen. Hinzu kommen weitere Preisbestandteile wie die Umsatzsteuer, die Stromsteuer und die Konzessionsabgabe – insgesamt verantwortet der Staat 52,5 Prozent des Strompreises. Ein weiteres Viertel entfällt auf die Netzentgelte, die die Energieversorger an die Netzbetreiber zahlen müssen, um den Strom durch deren Versorgungsnetz zu leiten. Die Gebühr deckt die Kosten für Transport, Messung und Abrechnung sowie Bau, Betrieb und Instandhaltung der Stromnetze ab. Sie soll 2020 je nach Netzgebiet um bis zu 15 Prozent steigen, unter anderem aufgrund hoher Investitionen in den Netzausbau.

Mit Weitblick  einkaufen
Beeinflussen können Energieversorger nur die Kosten für die Beschaffung und den Vertrieb, die etwa ein Fünftel des Strompreises ausmachen. Auch hier ist der Spielraum aufgrund steigender Beschaffungskosten gering. Dennoch hält EWR den Strompreis so günstig wie möglich, etwa durch eine kluge Einkaufspolitik: Den Großteil der prognostizierten Strommengen kauft EWR lange im Voraus ein. „Dadurch gewährleisten wir, dass die notwendige Menge sicher verfügbar ist, und reduzieren das Risiko starker Preisaufschläge“, sagt Frank Dinter, Vertriebsleiter bei EWR. „Stabile Preise und eine sichere Versorgung stehen für uns an erster Stelle.“ Die aktuellen Entwicklungen können jedoch nicht vollständig aufgefangen werden. In den vergangenen drei Jahren haben sich die Preise an der Strombörse European Energy Exchange (EEX) mehr als verdoppelt. Ähnlich sieht es beim Gas aus: Auch hier steigen Netzentgelte und Beschaffungskosten an.


Stromsteuer,  EEG-Umlage,  Konzessionsabgabe: 52,5 Prozent des Strompreises  bestimmt  der Staat.


Die EEG- Umlage steigt 2020 auf rund 6,75 Cent pro Kilowattstunde.