Grüner Stoff

Ein Projekt von EWR und Stadt Worms soll den Ausbau der Wasserstoff-Technologie
voranbringen. Klima und Region profitieren.  

Wasserstoff ist eine Zukunftstechnologie, die den Klimaschutz entscheidend voranbringen kann. Sein großer Vorteil: Anders als bei fossilen Energieträgern entsteht bei seiner Verbrennung nur reines Wasser. Zudem ist Wasserstoff sehr vielseitig, denn er lässt sich sowohl für die Wärmeerzeugung als auch als Treibstoff nutzen. Eine noch bessere Klimabilanz bekommt Wasserstoff, wenn bei seiner Produktion erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Fachleute sprechen dann von „Grünem Wasserstoff“. Das soll auch bei der Umsetzung des Modellprojekts „H2 Worms“ die Leitlinie sein. Gemeinsam mit der Stadt Worms und der Metropolregion Rhein-Neckar hat EWR das Großvorhaben initiiert und dazu eigens einen Wasserstoffrat gebildet. Zahlreiche Akteure konnte man für das Projekt bereits gewinnen.

Partner für das Modellprojekt

Unter den Partnern sind zum Beispiel die Timbra Group sowie die Transport-Dienstleister Trans Service Team und ­Rhenania Worms AG. Sie planen, wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge in ihre Fuhrparks einzuführen. Ein weiterer Partner, der Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt Worms, ebwo AöR, prüft ein Verfahren, mit dem aus Bio-Abfällen und Klärschlamm Wasserstoff hergestellt werden soll. Worms’ Oberbürgermeister Adolf Kessel und EWR-Vorstand Stephan Wilhelm sind überzeugt, dass das Vorhaben ein Leuchtturmprojekt werden könnte. Durch den Standortvorteil, den Konsens unter den Projektteilnehmern und dem Forschungs- und Entwicklungsansatz lasse sich in Worms perspektivisch eine nachhaltige Wasserstoffinfrastruktur etablieren. Davon profitiere am Ende auch die Region als Ganzes.  

Erneuerbare Energie

Weitere CO2-freie Energie liefern die Solaranlagen und der Windpark Worms von EWR. Mithilfe dieser Elektrizität spalten Elektrolyseure Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff, der gespeichert wird.

Energie aus Klärschlamm

Aus Bioabfällen und Klärschlamm soll im Rahmen des H2-Projekts grüner Wasserstoff entstehen. Hierzu werden Klärschlamm und Bioabfälle in einem thermischen Verfahren einer Anlage in H2 umgewandelt und so speicherbar.

Besser für die Region

Die klimaneutrale Verbrennung von Wasserstoff erspart der Umwelt und den Menschen in unserer Region Treibhausgase. Die Wirtschaft erhält einen zusätzlichen Erfolgsfaktor und die Wertschöpfung, die bei Produktion und Vertrieb des Wasserstoffs entsteht, bleibt vor Ort.

CO2-ärmere Produktion

In energieintensiven Industrien eingesetzt, mindert der umweltfreundlich produzierte
Energieträger Wasserstoff den CO2-Ausstoß.

Sauberer Antrieb

Im öffentlichen Nahverkehr, im Gütertransport auf Schiene und Straße oder bei der Abfallentsorgung können Nutzfahrzeuge umweltschonend mit Wasserstoff betrieben werden.

„Wasserstoff muss sich für alle rechnen – für Kunden, Anbieter und vor allem für die Umwelt.“

Stephan Wilhelm, EWR-Vorstand

H2 Worms: Gemeinsam an einem Strang

Um die Möglichkeiten der klimaneutralen Technologie auszuloten, trifft sich EWR beim Projekt „H2 Worms“ regelmäßig mit allen beteiligten Akteuren. In zunächst vier Teilprojekten sollen Konzepte zur Erzeugung, Verteilung, Vertrieb bis hin zum Geschäftsmodell entwickelt werden. EWR kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu dank der langjährigen Erfahrung mit den Windkraftanlagen und der Power-to-Gas-Technologie, also der Speicherung von durch Ökostrom-Überschüsse erzeugtem Gas im Gasnetz.