Viele Verbraucher wünschen sich mehr Strom aus Sonne und Wind. Für die EWR AG und ihre Partner arbeiten Thomas Tettmann und sein Team daran, dass mehr Windenergie an unseren Steckdosen ankommt.

Thomas Tettmann ist ein Experte für Wind. Dass er inzwischen auch viel über Fledermäuse, Infraschall oder Abstandsregelungen weiß, gehört mit zu seinem Geschäft. Denn auf dem Weg zu neuen Windkraftanlagen liegt eine lange Strecke mit Verträgen, Genehmigungen und Gutachten. „Dennoch gehen wir ihn entschlossen, denn das Ziel zu erreichen, bedeutet für alle einen wichtigen Schritt in unsere Zukunft“, sagt Thomas Tettmann. „Wir“, damit meint Thomas Tettmann PIONEXT, ein Gemeinschaftsunternehmen von EWR, Mainzer Stadtwerken und Pfalzwerken, bei dem er als Projektleiter Wind arbeitet. Das „Ziel“: die Menge der sauber produzierten Energie deutlich zu steigern. Doch das ist in Deutschland zuletzt schwieriger geworden.

Sauberer Strom fürs Industrieland
Dabei ist die Energiewende längst beschlossene Sache. Nach der Atomkraft wird nun die Kohle zum Auslaufmodell und nicht nur freitags wollen eigentlich alle den Klimawandel stoppen. Die logische Konsequenz:  „Wir müssen mehr Strom aus erneuerbaren Quellen produzieren“, betont Tettmann. Die Windkraft ist derzeit die zweitwichtigste Quelle für Strom in Deutschland – hinter der Braunkohle, aber noch vor Erdgas, Steinkohle und Kernenergie. Dennoch wurden 2019 so wenige neue Anlagen errichtet wie nie in diesem Jahrtausend. „Aber irgendwo muss der Strom in einem Industrieland wie Deutschland ja herkommen“, sagt Thomas Tettmann.

Woher der Strom kommen soll, das versuchen Tettmann und das Team von PIONEXT herauszufinden. Bereits jetzt hat EWR Windanlagen mit einem voraussichtlichen Jahresertrag von 150 Millionen Kilowattstunden in das Gemeinschaftsunternehmen PIONEXT eingebracht. So viel  Strom verbrauchen durchschnittlich rund 94.000 Menschen pro Jahr. „In derselben Zeit ersparen die Anlagen der Umwelt circa 71.000 Tonnen Kohlendioxid“, erklärt Tettmann. Die Windenergie biete somit eine große Chance für eine erfolgreiche Energiewende. 

Auf Standortsuche
Vor dem Ertrag steht für Thomas Tettmann und sein Team ein aufwendiger Prozess von der Planung bis zur Inbetriebnahme einer Anlage. „Inzwischen arbeiten wir fünf bis acht Jahre an einem Windkraftprojekt, früher waren es nur drei bis fünf Jahre“, berichtet der Projektleiter.

Alles beginnt dabei mit der Suche nach neuen Standorten. Welche Flächen in windreichen Gebieten sind überhaupt noch möglich? „Praktisch jede Fläche ist von irgendwem schon mal unter die Lupe genommen worden“, vermutet der Wirtschaftsingenieur. Das Potenzial bei dieser „Weißflächenanalyse“ sei dennoch hoch – vor allem dank immer modernerer Technik. Sie ermöglicht effizientere Anlagen mit höheren Energieerträgen und gleichzeitig geringeren Lärmemissionen.

Bei den Pachtverträgen mit den Grundstückseigentümern beginnt die Jagd auf die geeigneten Flächen. In der Planungsphase stehen dann etliche Untersuchungen an: „Gutachten über die Auswirkungen auf Mensch und Tier müssen belegen, dass der Standort passt.“

Ertragsstark und umweltverträglich
Tettmann beobachtet eine gute Akzeptanz der Windkraft in der Bevölkerung: „Dabei hilft immer, offen und transparent mit den Planungen umzugehen.“ Zum Beispiel sorgen Abschaltzeiten dafür, bestimmte Fledermausarten zu schützen. Sogenannte „Batcorder“ nehmen beispielsweise auf, welche Fledermausarten wann unterwegs sind. Dann wird die Anlage zielgerichtet abgeschaltet. Andere Rezeptoren sorgen dafür, dass der Rotor stoppt, wenn Schlagschatten auf umliegende Häuser fällt.

Damit eine Anlage starke Erträge bringt und umweltverträglich ist, muss also sorgsam geplant werden. „Insgesamt investieren wir etwa eine halbe Million Euro allein in der Planungsphase“, verdeutlicht Tettmann. Ein Risiko, das für manch anderen Entwickler mittlerweile zu groß geworden sei. Dass hinter PIONEXT eine kommunale Mehrheit stehe, die den Windpark auch weiter betreibt, helfe daher, Projekte voranzubringen. Der 37-Jährige würde es zudem begrüßen, wenn die Debatten um Klima und Verkehrswende dazu führen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien wieder Fahrt aufnehmen kann: „Immer mehr Unternehmen wollen sich klimaneutral aufstellen, also kohlendioxidfrei produzieren. Dafür benötigen sie Strom aus Windkraft.“ Auch ein Austausch alter gegen neue, leistungsfähige Anlagen könne Wirtschaft und Klima helfen.

Sauberer Strom von hier
Doch nicht nur die Wirtschaft benötigt mehr sauberen und preiswerten Strom, auch die Verbraucher wünschen sich mehr Energie von Sonne und Wind – und am liebsten soll der Ökostrom in der Nähe produziert werden, das zeigen aktuelle Umfragen. Deshalb hat EWR als einer der ersten Energieanbieter in Deutschland mit „Herzstrom Wind“ ein eigenständiges Produkt auf den Markt gebracht, bei dem 25 Prozent der gelieferten Energie praktisch direkt vor der Haustür der Verbraucher entstehen. Dass EWR noch mehr Herzstrom Wind anbieten kann, daran arbeiten die Windjäger um Thomas Tettmann weiter.

 

 

3 Fragen an Udo Beckmann, EWR-Vorstandsmitglied, zum neuen Herzstrom Wind

 Was ist besonders an Herzstrom Wind?
Eine aktuelle Befragung unserer Kunden ergab, dass sich 64,5 Prozent von ihnen nicht nur Ökostrom wünschen, sondern dieser Strom soll auch in einem Umkreis von 50 Kilometern erzeugt werden. Genau das ist bei Herzstrom Wind der Fall. Kunden erhalten also wie bei allen Herzstrom-Produkten 100 Prozent Ökostrom – aber bei Herzstrom Wind kommen eben 25 Prozent der Energie direkt aus unserem Windpark Worms II. Dort produzieren sieben Anlagen rund
47 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr und sparen damit 28.200 Tonnen CO2 ein.

Und was sagen die EWR-Kunden dazu?
Dass sich in kurzer Zeit bereits mehr als 1.500 Kunden für das Produkt entschieden haben, bestätigt unsere Idee, regional erzeugten Strom direkt zu vermarkten. Mit diesem Angebot sind wir Pioniere in Deutschland.

Geht EWR diesen Weg weiter?
Auf jeden Fall. Allein seit 2010 investierte die EWR Neue Energien GmbH mehr als 110 Millionen Euro in Windenergieprojekte in der Region. Im vergangenen Jahr haben wir diese Aktivitäten gemeinsam mit Pfalzwerken und Mainzer Stadtwerken in der PIONEXT mit Sitz in Alzey gebündelt. Damit sind wir gut aufgestellt, um erneuerbare Energien voranzubringen.

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So entwickelt PIONEXT einen Windpark
In einem ersten Schritt prüfen und bewerten die Projektentwickler von PIONEXT das Potenzial des Standorts. Grundstückseigentümer sind die wichtigsten Partner. Über faire Pachtverträge werden alle notwendigen Flächen gesichert.

Planung und Genehmigung
Über spezialisierte Gutachter und Experten wird der Standort geplant und geprüft. Nachdem alle Gutachten vorliegen, können die Genehmigungen eingeholt werden. Der Netzanschluss wird
mit dem örtlichen Energieversorger abgestimmt.

Sicherung Einspeisevergütung
Seit das geänderte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) gilt, müssen Entwickler von EEG-Anlagen mit ihren Projekten an einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilnehmen.

Bau und Betriebsführung 
Die PIONEXT-Ingenieure begleiten die gesamte Bauphase von der Planung und Erschließung über die Errichtung der Anlagen bis zum Betrieb. Die technische Betriebsführung umfasst eine Fernüberwachung der Anlagen rund um die Uhr, die auch für optimierte Energieerträge sorgt.

Geschafft
Der Windpark läuft erfolgreich.

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