Digitale Stromzähler nehmen in Zukunft den Platz der analogen Modelle ein. Die intelligenten Geräte spielen eine wesentliche Rolle bei der Energiewende. Das sollten Verbraucher jetzt wissen.

In den Startlöchern
Bei EWR optimieren aktuell Fachleute alle für den Zählerwechsel nötigen Prozesse und schulen Mitarbeiter, sodass diese die Kunden bei der Einführung der neuen Stromzähler bestmöglich begleiten können.

Die bisherige Technik ist nicht für die künftigen Anforderungen gewappnet. Durch die Energiewende speisen immer mehr Windräder und Solaranlagen wetterabhängig und damit schwankend Strom ins Netz ein. Der Verbrauch ist aber zu bestimmten Tageszeiten immer gleich hoch. Ein intelligentes Stromnetz, das sogenannte Smart Grid, soll Stromverbrauch und -erzeugung in Zukunft aufeinander abstimmen. Die dazu nötigen Daten liefern intelligente Messsysteme, auch Smart Meter genannt. Ihr Einbau ist ein wichtiger Schritt, um dauerhaft eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten.

Der Zählertausch selbst ist kostenlos. Die Kosten für den Betrieb der digitalen Stromzähler bewegen sich im selben Rahmen wie die Kosten für das alte analoge Modell und liegen bei maximal 20 Euro pro Jahr.

Die digitalen Stromzähler heißen im Fachjargon „moderne Messeinrichtung“. Kombiniert man sie mit einem Smart-Meter-Gateway, wird aus ihnen ein „intelligentes Messsystem“. Das Gateway ist ein Kommunikationsmodul, das die vom digitalen Zähler erfassten Messwerte verschlüsselt an Energieversorger und Netzbetreiber schickt. Die jeweiligen Stellen bekommen nur die Daten, die sie wirklich benötigen.

Alle Kunden, die weniger als 6.000 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr verbrauchen, erhalten einen digitalen Stromzähler. Das trifft auf die meisten Privathaushalte zu. Liegt der Jahresstromverbrauch bei 6.000 kWh oder darüber, kommt ein intelligentes Messsystem, also ein Smart Meter, in den Schrank. Innerhalb der kommenden Jahre sollen auch Besitzer von Photovoltaikanlagen ab sieben Kilowatt installierter Leistung sowie Besitzer von Wärmepumpen und Wallboxen zum Einbau eines Smart Meters verpflichtet werden. Aktuell ist dies jedoch noch nicht der Fall.

Der digitale Zähler, den die meisten Haushalte erhalten werden, speichert die Daten wie gewohnt vor Ort. Der Zählerstand für die Jahresabrechnung wird weiterhin wie üblich abgelesen. Anders beim intelligenten Messsystem: Es schickt die Verbrauchsdaten für die Stromrechnung automatisiert an den Messstellenbetreiber. Ein Ablesen des Zählerstands ist nicht mehr nötig.

Nutzer eines Smart Meters können in Zukunft ihren Energieverbrauch tagesaktuell überwachen und mit alten Verbräuchen vergleichen. Die Technik hilft, Stromfresser zu identifizieren, und macht Sparpotenziale sichtbar. Zudem sollen Besitzer von Smart Metern flexible Stromtarife nutzen können. Dann bekämen sie zum Beispiel eine Nachricht, wenn der Strom gerade günstig ist. Das passiert, wenn große Mengen davon zur Verfügung stehen, weil viel Wind weht oder die Sonne scheint. Wer eine Fotovoltaikanlage hat, soll seinen überschüssigen Strom an Nachbarn verkaufen können. All diese Anwendungsmöglichkeiten befinden sich aktuell aber noch in der Entwicklung.

Beim digitalen Zähler verlassen die Daten nicht das Haus. Ein intelligentes Messsystem ist dagegen wie jedes Gerät, das Daten über Funk oder Kabel versendet, mit der Außenwelt verbunden. Um die Daten vor unbefugtem Zugriff zu schützen, ist gesetzlich sichergestellt, dass die Smart-Meter-Gateways den höchsten Datenschutz- und Sicherheitsstandards genügen. Es dürfen nur Geräte eingebaut werden, die die strengen Prüfkriterien des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestehen und vom BSI zertifiziert wurden.

Die EWR Netze informieren ihre Kunden mindestens drei Monate vor dem Einbau per Post. Der Zählerwechsel ist schnell und unkompliziert erledigt. Bis Februar 2023 will der Messstellenbetreiber rund 3.600 Smart Meter in der Region einbauen. Bis 2032 soll der Zählerwechsel mit mehr als 196.000 digitalen Zählern im Netzgebiet abgeschlossen sein.

„Wir wollen beim Rollout smarter Stromzähler  Vorreiter sein  und unseren Kunden heute die Technologie von morgen liefern.“
Dirk Stüdemann,  EWR-Vorstandsmitglied