Mehr als die Hälfte des in Deutschland seit Jahresbeginn produzierten Stroms stammt aus erneuerbaren Energien. Die Energiewende rückt in greifbare Nähe. Doch: „Die nächsten Schritte auf dem Weg in die erneuerbare Energiezukunft bringen große Herausforderungen für das Stromnetz und damit für Netzbetreiber wie uns“, berichtet Johannes Krämer, Geschäftsführer der EWR Netz GmbH. Wie ein effizientes und flexibles Stromnetz aussehen kann, erforscht EWR mit 46 weiteren Projektpartnern im Projekt Designetz.

Netz muss Schwankungen ausgleichen

Klar ist: Das Verteilnetz muss künftig deutlich mehr Strom aufnehmen und verteilen, da die Stromerzeugung dezentraler wird. Außerdem schwankt die Stromerzeugung aus Windkraft und Sonnenenergie im Jahresverlauf je nach Tageszeit und Wetter. „Das intelligente Stromnetz der Zukunft gleicht genau diese Schwankungen aus“, so Krämer. Je mehr Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien an das Verteilnetz angeschlossen werden, desto stärker fallen diese Schwankungen ins Gewicht. Das kann im Verteilnetz zu Problemen führen.

 „Die nächsten Schritte in die Energiezukunft bringen große Herausforderungen.“

Johannes Krämer, Geschäftsführer EWR Netz GmbH

Für Forschungsarbeit ausgezeichnet

 „Als Energieunternehmen und als Betreiber kritischer Infrastrukturen tragen wir die Verantwortung für eine sichere Versorgung der Region mit Strom, Gas, Wasser und Tele-kommunikation. Diese Aufgabe muss auch in Zukunft sichergestellt werden“, erklärt EWR-Vorstand Dirk Stüdemann. Um den Herausforderungen der Energiewende gerecht zu werden, sind Investitionen in Forschung und

Entwicklung wichtig – ebenso wie die Mitarbeit an Forschungsprojekten. Für das Engagement für Forschung und Entwicklung wird EWR erstmals mit dem Siegel „Innovativ durch Forschung” des Stifterverbands ausgezeichnet.

Blaupausen für das dezentrale Stromnetz

Seit 2017 beteiligt sich EWR bei DESIGNETZ, das im Rahmen eines Förderprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ins Leben gerufen wurde. Im Projekt werden Blaupausen für das dezentrale Stromnetz der Zukunft entwickelt: DESIGNETZ integriert rund 30 innovative Energieprojekte in ein intelligentes Energienetz. Zwei davon findet man direkt vor der Haustür: In Flörsheim-Dalsheim wurde ein Netzregler im Mittelspannungsnetz installiert, um den Strom aus Windkraftanlagen vor Ort besser steuern zu können. „Digitale Steuerungen ermöglichen es uns, die Netze optimaler zu regeln und so besser auszulasten“, weiß Johannes Krämer. In Biblis entsteht derweil ein vernetztes und nachhaltiges Wohnviertel. Im „Energie-Wohn-Park Biblis Helfrichsgärtel III“ werden Energie- und Mobilitätswende verknüpft: Der über Photovoltaik selbst produzierte Strom wird mithilfe modernster Mess- und Steuertechnik in den Haushalten direkt vor Ort verbraucht – etwa zum Laden der E-Autos. Das Projekt Designetz endet 2020, die Erforschung innovativer Lösungen für die Energiewelt der Zukunft geht trotzdem weiter.

Innovation durch Forschung

Wie lässt sich Ökostrom in Gas umwandeln und so speichern? Wie sinken die Kosten für den Netzausbau? Auf solche Fragen sucht EWR in Forschungsprojekten nach Antworten und zählt damit zu den rund 27.000 forschenden Unternehmen in Deutschland. Kürzlich wurde EWR vom Stifterverband mit dem Siegel „Innovativ durch Forschung“ ausgezeichnet.


 

DESIGNETZ

Mehr Informationen zum Projekt finden Interessierte hier.